Mallorca Börse
Community Unternehmer Interview
Wir möchten unseren Mitgliedern der Mallorca-Börse die Bühne geben: Zeig, wer du bist, was du machst und wofür du stehst! Egal, ob als Fan der Insel, als Unternehmer oder privat Resident auf der Insel – alle, die Lust haben, ein Gesicht hinter ihrem Namen oder ihrer Firma zu zeigen, sind herzlich eingeladen, bei diesem Fragebogen mitzumachen. Deine Antworten präsentieren wir völlig kostenfrei auf unserer Webseite, im News-Blog und auf unseren Social-Media-Kanälen, damit unsere Community dich besser kennenlernen kann. Mit dem Ausfüllen erklärst du dich einverstanden, dass deine Angaben in diesen Kanälen veröffentlicht werden.
Wie mitmachen? Schreib uns!
Erzähl mal kurz – wer bist du und was machst du auf Mallorca?
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Ich bin Sandra, lebe auf Mallorca und helfe hier Deutschen dabei, für sich und ihre Liebsten gut vorzusorgen. Ich unterstütze bei Themen rund um Erbschaften, Testamente, Patientenverfügungen, Vorsorgeordner und auch beim Verfassen von Memoiren oder Lebensbotschaften, damit wichtige Erinnerungen und Werte erhalten bleiben. Weil ich selbst erfahren habe, wie herausfordernd Verlust und Trauer sein können, ist es mir ein Herzensanliegen, Menschen in dieser Zeit zu entlasten – und sie dabei zu begleiten, rechtzeitig für die Zukunft vorzusorgen.
Seit wann lebst du oder arbeitest du hier auf der Insel und wie hat alles angefangen?
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Ich bin das erste Mal 2008 nach Mallorca gekommen und habe hier mehrere Jahre gelebt und gearbeitet, damals noch angestellt. Nach fünf Jahren bekam ich den sogenannten „Inselkoller“ und bin zurück nach Berlin gegangen – auch, weil es meinem Onkel gesundheitlich nicht gut ging. Doch schon bald merkte ich, dass Deutschland sich verändert hatte – oder vielleicht auch ich. Das Leben dort passte einfach nicht mehr zu mir und ich wollte am liebsten gleich wieder zurück nach Mallorca.
Aber wie so oft kam das Schicksal dazwischen. Es haben sich zu viele Krankheits-, Pflege- und schließlich auch Todesfälle in meiner Familie ereignet, so dass ich für ein paar Jahre an Deutschland gebunden war.
2019 war es dann endlich soweit, dass ich auf die Insel zurückkehren konnte. Im Gepäck ein Wirtschaftsrechtsstudium und viele schmerzhafte, aber prägende Erfahrungen… Das hat mich letzten Endes dazu geführt, mich auf Mallorca selbstständig zu machen und andere Menschen durch schwierige Zeiten zu begleiten und zu unterstützen.
Was hat dich ursprünglich nach Mallorca gebracht?
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Ich bin 2008 nach meiner Ausbildung zur Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten in Berlin nach Mallorca gekommen – eigentlich eher spontan. Damals hat sich in meinem Leben vieles verändert: Mein Chef konnte mich nach der Ausbildung nicht übernehmen, mein Mietvertrag lief aus und meine Beziehung war zu Ende. Ich dachte mir: Wenn alles wegfällt, steht mir alles offen.
Da mein Spanisch besser war als mein Italienisch und ich kurz zuvor den Geburtstag meines Onkels auf Mallorca gefeiert hatte, fiel die Entscheidung leicht. Ich habe mich initiativ beworben und bekam direkt eine Stelle in einer deutsch-spanischen Anwaltskanzlei in Palma.
Erinnerst du dich an die größten Herausforderungen am Anfang und wie du sie gemeistert hast?
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Ja, sehr gut sogar. Die größte Herausforderung war für mich am Anfang eindeutig die Umstellung auf ein neues Leben in einem anderen Land: neue Sprache, neue Bürokratie, eine andere Arbeitskultur und natürlich ein völlig neues Umfeld. Ich kannte niemanden. Und auch wenn ich Spanisch sprach, habe ich schnell gemerkt, dass Schulspanisch und juristische Fachsprache zwei völlig unterschiedliche Welten sind.
Und ich habe früh verstanden, wie wichtig es ist, sich ein Netzwerk aufzubauen – Menschen, die man fragen kann und mit denen man Erfahrungen teilt.
Die zweite große Herausforderung kam später, als ich nach meiner Rückkehr aus Deutschland wieder neu anfangen musste – diesmal nicht als Angestellte, sondern als Selbstständige. Das bedeutet immer mehr Verantwortung, mehr Entscheidungen, … Da braucht man nochmal deutlich mehr Durchhaltevermögen und Selbstvertrauen. Und natürlich ein starkes „Warum“.
Was liebst du heute am meisten an deinem Leben oder Business auf Mallorca?
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Dass ich hier wirklich im Leben stehe – verbunden mit der Insel, den Menschen und meiner Aufgabe. Ich liebe es, dass meine Arbeit hier Sinn stiftet und dass ich Menschen in sehr persönlichen Lebensphasen begleiten darf.
Und ich schätze den Alltag auf Mallorca: das Licht, die Natur, die Gelassenheit, die kleinen Begegnungen zwischendurch. Hier fühlt sich Leben leichter an. Ich habe das Gefühl, genau am richtigen Ort zu sein – beruflich wie privat.
Gab es ein besonderes Erlebnis oder Highlight, das dir bis heute in Erinnerung geblieben ist?
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Ja, absolut. Als ich 2019 mit meinem Mann nach Petra aufs Land gezogen bin, kannten wir das Dorfleben noch gar nicht. Eines Abends wollten wir etwas essen gehen und sind – zu Fuß und mit unserer englischen Bulldogge Carlos – die rund 40 Minuten ins Dorf gelaufen. Wir hatten einen schönen Abend auf der Plaza, gutes Essen, Wein, und Carlos war vom Laufen immer noch völlig erschöpft.
Als wir fertig waren, fragten wir den Inhaber des Restaurants, Bernat, ob er uns ein Taxi rufen könnte. Für uns aus Berlin war das selbstverständlich. Seine Antwort war: „In Petra gibt es keine Taxis.“ Er hätte eines aus Manacor rufen können, aber das wäre teuer geworden. Er bat uns kurz zu warten, verschwand – und kam wenige Minuten später mit seinem Auto wieder, um uns einfach nach Hause zu fahren.
Diese selbstverständliche Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft hat mich tief beeindruckt. So etwas war ich aus Deutschland in dieser Form nicht gewohnt. Heute begegne ich dieser Herzlichkeit hier auf Mallorca regelmäßig – und sie hat mich selbst zu einem besseren und hilfsbereiteren Menschen gemacht.
Welche Tipps oder Erfahrungen würdest du anderen mitgeben, die auf Mallorca durchstarten wollen?
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Mein wichtigster Tipp ist: Lernt Spanisch!
Es muss nicht perfekt sein, aber die Sprache zu sprechen ist ein Zeichen von Respekt gegenüber den Menschen, die hier leben – und es wird so vieles einfacher machen. Man versteht mehr, man wird anders wahrgenommen und auch entsprechend anders behandelt.
Außerdem ist ein gutes Netzwerk entscheidend. Auf Mallorca läuft sehr viel über persönliche Empfehlungen und Beziehungen. Offen sein, zuhören, Menschen kennenlernen – das öffnet Türen, die keine Bürokratie und keine Google-Recherche ersetzen kann.
Was macht dein Angebot oder deine Arbeit hier auf der Insel besonders?
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Ich begleite Menschen in Lebenssituationen, in denen vieles schwer ist – Trauer, Abschied, Verantwortung, Entscheidungen. Und das mache ich nicht nur fachlich, sondern auch menschlich.
Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie belastend es sein kann, wenn man funktionieren muss, obwohl man gerade trauert. Deshalb ist meine Arbeit nicht nur „Organisation“, sondern vor allem Entlastung und Verständnis.
Ich verbinde meine juristische Erfahrung mit einem sehr persönlichen, einfühlsamen Ansatz. Wir sprechen auf Augenhöhe, in Ruhe, ohne Druck. Und mir ist wichtig, dass am Ende alles so geregelt ist, dass die Hinterbliebenen nicht zusätzlich belastet werden – sondern sich auf das Wesentliche konzentrieren können.
Wie bist du eigentlich zur Mallorca Börse gekommen und was gefällt dir besonders daran?
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Ganz klassisch über eine Empfehlung. Und so habe ich auch Carmelo kennengelernt, den Gründer der Mallorca Börse.
Ich möchte an der Stelle gerne einmal seine Arbeit loben: Es gibt so viele Gruppen auf Facebook, in denen es viel Hass, Hetze und hämische Kommentare gibt. Dabei sind wir alle einfach Menschen, die sich mit unterschiedlichen Problemen oder Fragen an andere wenden, um Hilfe oder Antworten zu bekommen. Ob man die Situation des anderen persönlich nachvollziehen kann oder nicht, sollte dabei keine Rolle spielen.
Carmelo achtet sehr darauf, dass der Umgangston respektvoll bleibt – und das schätze ich wirklich sehr.
Vielen Dank fürs mitmachen ✅
Sandra Hirt-Pohle: www.hirt-partner.es